„Gefahren und Risiken im Netz“: Internet-Betrüger nutzen viele Methoden, um an die Daten von Surfern zu gelangen, doch Sie können sich schützen!

Erstellt: Mittwoch, 04. November 2015 08:41

MIT-Visite2015 2Die Mittelstands- und Wirtschafts- vereinigung hatte zu einer ihrer beliebten MIT-Visiten einge-laden, um ein spannendes und sehr aktuelles Thema aufzugreifen. „Gefahren und Risiken im Netz“.

Das Internet ist ein Ort der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten. Ob telefonieren, einkaufen oder Geld überweisen; viele alltägliche Dinge lassen sich heute online erledigen. Doch neue Technologien werfen auch Fragen zu Sicherheitsaspekten auf.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den MIT Vorsitzenden Hans-Dieter Clauser und einem Wort des Dankes an die Gastgeberin Edith Strunk vom Autohaus Ford Strunk zeigte Wolfgang Straßer, Geschäftsführer der @-yet GmbH aus Leichlingen, aktuelle Bedrohungslagen und Arbeitsweisen der Cyberkriminellen anhand von Beispielen aus der täglichen Arbeit seines Sicherheitsunternehmens auf. Clauser: „Sehr überzeugend, überaus anschaulich und besorgniserregend waren einige Live-Hacking-Einlagen des Referenten“. Glücklicherweise wurden aber nicht nur Bedrohungen aufgezeigt, es wurden auch wichtige erste Schritte und Wege zu einem besseren Schutz skizziert.

Über Soziale Netzwerke knüpfen Millionen Deutsche Kontakte und pflegen Freundschafften. Sie legen ein persönliches Profil an, das neben grundlegenden Angaben zu ihrer Person auch Informationen über Hobbys, die Familienverhältnisse oder den beruflichen Werdegang enthalten kann. Mit zu großzügigen Informationen lauern schon die ersten Gefahren durch Kriminelle. Also, Daten online nur sparsam preisgeben - besonders in sozialen Netzwerken! Man muss seine Einstellungen so speichern, dass das eigene Profil - etwa in einem sozialen Netzwerk - nicht über eine Suchmaschine gefunden werden kann und nur ausgewählte Besucher alle Einträge sehen.

Online-Shopping liegt im Trend. Dabei lockt neben der großen Auswahl vor allem die bequeme Möglichkeit, jederzeit von zu Hause aus auf Einkaufstour zu gehen. Aber auch beim Einkaufen im Internet ist Vorsicht geboten! Mit gestohlenen Daten können Kriminelle in Ihrem Namen im Internet einkaufen oder bezahlen. Benutzernamen sollten so gewählt werden, dass sie nichts über einen selbst verraten. Namen, Wohnorte, Altersangaben und Ähnliches sollten vermieden werden. Passwörter regelmäßig zu wechseln, schützt zwar nicht automatisch vor Missbrauch, kann aber die Sicherheit erhöhen. Ein sicheres Passwort sollte mindestens 18 Zeichen lang sein und Groß- und Kleinschreibung, Sonderzeichen und Ziffern enthalten. Um sich ein abstraktes Passwort besser merken zu können, kann man Eselsbrücken nutzen: zum Beispiel einen Satz ausdenken und aus den jeweils ersten Zeichen der Wörter das Passwort bilden. So ergibt der Satz "Wie soll ich mir 5 Passwörter merken?" das Passwort: Wsim5Pm?

Schon jeder Zweite nutzt heutzutage Online-Banking und vertraut damit sensible Daten dem Netz an. Wer Online-Banking nutzt, spart sich zwar Zeit und Mühe. Der Anwender setzt sich aber auch Sicherheitsrisiken aus. Kriminelle versuchen, Konto- und Kreditkartendaten der Nutzer auszuspähen und mit ihrer Hilfe an das Geld der Bankkunden zu kommen. Aktuelle Ereignisse zeigen, dass die Sicherheitskonzepte für Online-Banking erhebliche Defizite aufweisen. Deshalb die Empfehlung des Experten: „Nutzen Sie zur Absicherung des Online-Bankings das Verfahren HBCI (Homebanking Computer Interface) mit Chipkarte, etwas teurer aber deutlich sicherer!“ Für das Online-Bezahlen sollten nur verschlüsselte Verbindungen verwendet werden. Diese erkennt man an einem Schloss- oder Schlüsselsymbol und den Buchstaben "https" in der Adresszeile. Vorsicht und ein gesundes Misstrauen sind gute Mittel gegen E-Mail-Phishing-Attacken. Da Anwender sensibler für diese Bedrohung geworden sind, nutzen Kriminelle beim Erbeuten von Passwörtern zunehmend Schadprogramme. Kommunikationsschnittstellen wie WLAN oder Bluetooth sollten an mobilen Geräten ausgeschaltet werden, sobald man sie nicht mehr benutzt. Mobile Geräte sollten grundsätzlich mit einem Passwort geschützt sein. Das kann man in den Sicherheitseinstellungen festlegen. Wer ein öffentliches WLAN-Netz nutzt und zum Beispiel in einem Café über dessen WLAN-Verbindung online geht, sollte dort keine sensiblen Daten übermitteln. Deshalb: Bankgeschäfte, Online-Shopping oder die Übermitt-lung der Kreditkartennummer immer nur von zu Hause aus erledigen!

Der MIT Vorsitzende resümierte: „Cyber Crime greift nicht nur große Institutionen und die Industrie an, der Mittelstand ist genauso betroffen wie jeder private Nutzer. Für mehr Sicherheit sollte jeder sein Nutzungsverhalten sorgfältig prüfen!“